Kolumbien Teil 1

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He?? Wir dachten ihr geht nach Kanada? Ja, dies war eigentlich unser Plan, doch änderten wir aus mehreren Gründen unsere Meinung. Ausschlaggebend war aber das Klima, da es in Kanada für unseren Geschmack und Ausrüstung momentan zu kalt ist. Da Yannick Kolumbien bereits vor zwei Jahren bereiste, ist es für ihn eine Reise in die Vergangenheit, als ihn das Backpackerfieber erwischte. Wir wollen aber vor allem dies Nachholen welches er das letzte Mal aus Zeitgründen ausgelassen hatte.

Ist Kolumbien sicher? Ja, im Vergleich zu seinen Nachbarstaaten gilt Kolumbien als das sicherste Land. Die Zeiten von Drogenbaronen, Kidnapping und Guerillakämpfen sind längst Vergangenheit. Immer mehr Touristen kommen nun in das Land wo es soviel zu sehen gibt.

Die Reise startete in Bogota, mit knapp 8Mio. Einwohner die grösste Stadt und Hauptstadt Kolumbiens. Diese Metropole liegt auf 2700m.ü.M in den Anden. Das Wetter war regnerisch und mit zwölf Grad eher kühl. In Bogota gibt es eigentlich nicht viel zu machen, ausser durch die Stadt zu schlendern und die vielen stylischen Graffitis zu bestaunen. Einen kurzen Halt machten wir im Museum von Botero, ein kolumbianischer Künstler welcher für seine dicken Personen bekannt ist. Ob aus Stein, Marmor, Holz oder Malerei einfach dick muss es sein. Aber auch von Picasso oder Dali sind Werke ausgestellt.

Weiter gings in Richtung Norden ins beschauliche Villa de Leyva. Ein typisch kolonialistischer Ort. Die Häuser besitzen rote Ziegeldächer die Wände sind schneeweiss. Der Hauptplatz ist der grösste von Kolumbien und einer der grösssten Lateinamerikas. Wir unternahmen eine Wanderung zu blauen Seen in einer wüstenähnlichen Gegend. Leider regnete es auch hier viel, somit wurden wir vorallem an die Stadt oder das Hostel gebunden.

San Gil nennt sich selber die Outdoor-Hauptstadt Kolumbiens. Hier wollten wir das legendäre 4-5 Grad Riverrafting auf dem Rio Suarez testen. Der Regen machte uns aber einen Strich durch die Rechnung. Der Fluss war zu hoch, das Riverrafting fand die nächsten Tage nicht statt. Kurzerhand beschlossen wir einen Tagesausflug nach Barichara zu unternehmen. Barichara ist für sein super erhaltenen Kolonialstil bekannt. Hier werden viele Filme gedreht welche im achzehnten oder neunzehnten Jahrhundert spielen. Eine zweistündige Wanderung auf dem Camino Real (Weg) welcher von vielen Jahren von den Einheimischen erbaut wurde brachte uns ins winzige Guane. Dort stiegen wir in einen Bus, um wieder nach San Gil zu gelangen.

Ein zwölfstündiger Nachtbus brachte uns von San Gil an die Karibikküste. Genauer gesagt zur Hafenstadt Santa Marta. Von dort aus starteten wir dann auch eine viertägige Tour zur Ciudad Perdida (verlorene Stadt). Die ganze Wanderung beträgt nur 44 km ist aber durch die hohe Luftfeuchtigkeit nicht zu unterschätzen. Wir waren in einer achter Gruppe mit zwei Guides. Unsere Gruppe war einfach super! Es war eine Irin, ein Deutscher, ein Engländer, ein Holländer, ein Russe und ein Brasilianer, welcher als Übersetzer diente, dabei. Unser Hauptguide Jhoan war weltklasse, er erklärte einfach alles über Kultur und Geschichte, sein Wissen ist riesig da er selber in dieser Region mehrere Jahre gelebt hat. Die Strecke findet vorallem im Regenwald statt und wird in  7km Etappen eingeteilt. Ein normaler Tag verlief dann etwa so:

6:00 Aufstehen – Frühstücken,

7:00 – 11:00 Wandern (7km) mit mehreren Unterbrüchen (Geschichten von Jhoan, Zwischenmahlzeiten, abkühlen in einem natürlichen Pool vom Fluss)

11:00 – 13:00 Mittagessen und abkühlen in einem natürlichen Pool

13:00 – 16:00 Wandern (7km) mit mehreren Unterbrüchen

16:00 – 20:00 Nachtessen und Unterhaltung

20:00 – 06:00 Schlafen auf einer Matratze mit Moskitonetz

Das Essen war super und wurde immer frisch zubereitet, es bestand vorallem aus Reis, Bohnen, Fisch oder Fleisch zum Dessert gab es immer ein Schockoladenbisquit. Die Wanderungen waren angenehm und nur selten anspruchsvoll. Wenn man einen Hügel erklimmen musste kam man aber an sein Limit und innert Minuten war man vom Schweiss durchnässt. Da die Luftfeuchtigkeit so hoch ist trocknen die Kleider nie und der Rucksack wurde von Tag zu Tag schwerer. Auf dem Trek sahen wir viele Ureinwohner, die Kogis, welche schon seit hunderten von Jahren dort leben. Sie leben ohne Elektrizität und ernähren sich von gejagtem Wild oder gesammelten Pflanzen. Bei den Kogis hatten wir jeweils unsere Lager, wo wir verpflegt wurden und nächtigen konnten. Wir lernten super Leute kennen und jeden Abend spielten wir die verschiedensten Spiele. Am dritten Tag erreichten wir dann auch die im elften Jahrhundert errichtete verlorene Stadt. Die Stadt ist in einem super Zustand und die Plattformen wo früher die Häuser draufstanden sind gut sichtbar. Wir hatten genügend Zeit alles anzuschauen bevor es wieder auf den Rückweg ging. Yannick errinerte die Stätte an den in Peru liegenden Machu Picchu. Erst 1975 wurde die verlorene Stadt durch Grabräuber wiederentdeckt und geplündert. Die vielen Skulpturen aus Gold kamen auf den Schwarzmarkt und sind jetzt in den naheliegenden Museen zu bestaunen. Die Tour zur Ciudad Perdida hat uns sehr gefallen und können wir jedem empfehlen.

Nach diesen Wandertagen schlugen wir unser Lager in Palomino auf. Palomino liegt direkt an der Karibikküste und ist wegen dem meist schönen Wetter und dem nahegelegenen Palomino River bekannt. Diesen nutzten wir für ein vier stündiges Tubing. Ein Tube ist ein grosser Gummiring in den man hineinliegen und ein Gewässer hinunterfahren kann. Es war sehr gemütlich und die Szenerie inmitten des Regenwalds grossartig. Auch hier lernten wir wieder viele neue Personen kennen.

Mit unserem neugewonnen Freund Leigh aus Australien planten wir einen Ausflug in den unturistischen Norden, der Guajira Wüste. Eigentlich wird nur eine geführte Tour empfohlen, doch wir wollten unser Glück ohne versuchen. Nach einem Stopp in Riohacha machten wir uns am nächsten Tag auf ins ungewisse.

Uribia, die Hauptstadt der Wayuu (indigenes Volk auf der Guajira Halbinsel) erreichten wir mittels Taxi. Dort fanden wir einen Einheimischen welcher ein 4×4 Jeep besitzt. Dieser nahm sich die Zeit uns für drei Tage in der Wüste herumzufahren. Yannick versuchte so gut es ging dem Fahrers Spanisch in Englisch umzuwandeln. Die erste Nacht verbrachten wir in Cabo de la Vela, einer Kitesurfer-Hochburg an der Karibikküste. Schlafen konnten wir in Hängematten eines Bruders von unserem Fahrer. In Cabo trafen wir auf Katie und Daniella welche wir bereits in Palomino kennengelernt haben. Sie hatten das gleiche vor wie wir, desshalb reisten sie ab diesem Zeitpunkt mit uns.

Nach einer kurzen Nacht ging es früh weiter nach Punta Gallinas, dem nördlichsten Punkt Südamerikas. Wir fuhren lange durch die Wüste, sahen nur vereinzelt andere Menschen. Unterwegs hatten wir eine Reifenpanne, doch unser Fahrer hatte das Rad schnell gewechselt. Als wir nach einer langer Fahrt wieder ans Meer gelangten stiegen wir in ein kleines Schiff um welches uns nach Punta Gallinas brachte. Die Landschaft ist einzigartig, es erinnert an eine Mischung aus Mexiko und Afrika. Mexiko wegen den vielen Kakteen und Afrika wegen der Hitze, dem starken Luft und dem vielen Sand. Den Rest des Tages verbrachten wir in Sanddünen welche direkt ins Meer reichen. Den Sonnenuntergang genossen wir an der Küste vom nördlichsten Punkt Südamerikas. Schlafen konnten wir bei Wayuus in langen, bequemen Hängematten.

Am nächsten Tag machten wir uns auf den weiten, langen Weg zurück nach Palomino. Unterwegs sahen wir viele Schmuggler welche allerlei Sachen aus der nahgelegenen Grenze von Venezuela nach Kolumbien bringen. Wenn die Einheimischen Fragen stellten, was wir da wollen sprach unser Fahrer ein paar Sätze in Wayuu mit ihnen und dann war dies geregelt. Diese Reise hat uns gezeigt wie schön und unberührt Kolumbien ist, auch dass die meisten Kolumbianer super nette und hilfsbereite Leute sind.

Nun ist unsere Kolumbien-Reise so richtig in Fahrt gekommen. Wir hoffen dass wir in den nächsten 2,5 Wochen noch viel mehr so tolle Erlebnisse erfahren dürfen.

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Geschrieben am: 4. Mai 2015

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Kategorie: Kolumbien

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